Was lange währt…

Sehn Se, dit is Berlin… Nur 11 – in Worten: elf! – Monate hat es gedauert, und schon liegt der Bescheid des LaGeSo, des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, vor: Mein Ex-Mann ist zu 70 Prozent schwerbehindert. Wow! Was eine schwere Geburt. Er lebt zwar längst nicht mehr bei mir, ist gar kein Berliner mehr, aber nun wird ihm ENDLICH ein Behindertenausweis ausgestellt. Unglaublich.

Das heißt, den Ausweis hat er noch gar nicht, der muss erst noch ausgestellt werden. Kann sich nur noch um wenige Monate handeln, hahaha. Der Bescheid ist aber endlich da. Natürlich nicht von selbst. Ich musste erst mit einer Klage wegen Untätigkeit drohen. Dann ging es auf einmal ganz schnell. Nur zwei Tag nach meiner Klageandrohung per E-Mail kam der Bescheid bei mir an.

Diese Behörde sollte sich was schämen. Warum muss man erst mit einer Klage drohen, damit sie einfach nur ihren Job macht? Nicht jeder Behinderte hat einen Angehörigen, der den Nerv hat, sich mit der Behörde anzulegen. Vermutlich wissen sie das genau und spielen auf Zeit. Klassische Hinhaltetechnik. Aber dass sie sich was schämen sollten, wissen sie selbst offenbar auch, denn sie haben ihm zusätzlich das Merkzeichen „G“ gewährt, erheblich geh- und stehbehindert. Er kann zwar noch wunderbar laufen, aber das nehmen wir jetzt einfach mal als angemessenen Ausgleich für die lange Wartezeit.

Nur: Was machen andere von Demenz betroffene Menschen, die keine Angehörigen haben, die für ihre Rechte kämpfen? Beim LaGeSo und allen anderen Behörden, die offenbar nur einen Zweck haben: zu verhindern, dass Kranke und Behinderte ihr gutes Recht bekommen. Schämt euch!

3 Gedanken zu “Was lange währt…

    • Alles beantragt, auch 100 %, aber nur 70 %, G und B bekommen… Es ist bereits der Bescheid auf meinen Widerspruch. Den hatte ich im August 2017 eingereicht. Damals hatte das Amt ihn als nicht schwerbehindert eingestuft (40 %).

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  1. Meine liebe Unbekannte, ich habe das auch Alles durch mit Behörden und Gericht. Ich war dann Betreuer und konnte aber nicht entscheiden, was für ihn gut ist, wie zum Beispiel Rollstuhl mit Haltegurten. Da musste wieder eine Richterin entscheiden, ob das eine Einschränkung ist. Ich habe mich nicht von ihm getrennt und ihm bis zum Tod immer beigestanden.Was in ihm vorging weiß ich nicht.Aber sein Enkelsohn hat ihm gut getan. Als er noch einigermaßen drauf war, hat er Schokolade mit ihm geteilt. Ich hätte ihn niemals verlassen. Auch wie wir mit meiner Tochter im Park im Pflegeheim mit seinem Rollstuhl unterwegs waren hat es ihm gefallen. Da gab es auch einen kleinen Tierpark mit Ziegen und wir hatten immer Möhren dabei, die hat mein Mann ihnen gegeben.Er hat dann nicht mehr gegessen und ich habe nur noch geweint, weil ich ihn nicht verlieren wollte.

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