Mein Trauriger, schlaf ein

Fast genau drei Jahre nachdem er zurück in seine Heimatstadt gezogen ist, ist er wieder umgezogen. Diesmal nicht freiwillig. Er lebt jetzt in einer Pflegewohngemeinschaft im Nachbarort. Das ist genau das, was er nie gewollt hat. Und entsprechend verhält er sich auch. Er kommt nicht damit klar, fremdbestimmt zu sein, ist renitent, will sich nicht … Mein Trauriger, schlaf ein weiterlesen

Normalerweise

Normalerweise wäre jetzt Berlinale. Normalerweise würde mein Mann Tag und Nacht mit der Kamera auf dem Roten Teppich stehen, bei Fotocalls und Empfängen Stars aus aller Welt fotografieren. Wie hat er diesen Job geliebt, die besondere Atmosphäre des internationalen Filmfestivals, die vielen Fans und Journalisten am Potsdamer Platz. Die Berlinale war der Höhepunkt seines Fotografenjahrs … Normalerweise weiterlesen

September

Der September ist ein schwerer Monat. Dabei mochte ich ihn immer sehr. Noch warm, aber doch schon angenehm kühl. Noch grün, aber schon ein Hauch von Herbst. Viele Früchte. Überreife. Fast noch Sommer. Seit vier Jahren ist der September der Monat der Diagnose. Unser FTD-Monat. Vor genau vier Jahren haben wir es schwarz auf weiß … September weiterlesen

Seenebel

Am Morgen liegt ein dichter Nebel vor dem Hotelfenster. Keine 50 Meter Sicht. Die Luft schmeckt feucht. Die Wärme des Vortages ist vergessen. Als wir vom Frühstück kommen, sitzt er schon in der Lobby. Die Haare sehen noch schlimmer aus als gestern. Wild stehen sie in alle Richtungen, steif vor Fett. Wie dumm, dass das … Seenebel weiterlesen

Terry Jones

Ich verdränge, also bin ich. Nur so kann ich überhaupt sein. Seit die FTD meine Familie zerstört hat, werde ich in dieser Disziplin immer besser: Alles was schmerzt, wegpacken und weitermachen, so als wäre nichts gewesen. Schließlich habe ich Elternpflichten, muss Mutter und Vater gleichzeitig sein für meine beiden Mädchen. Muss das Geld für uns … Terry Jones weiterlesen

Mama, kann Papa mich eigentlich vergessen?

Weihnachtszeit ist Familienzeit. Wenn ich nachmittags von der Arbeit komme, backen wir Plätzchen, suchen einen Baum aus, schlendern über den Weihnachtsmarkt. Früher war mein Mann dabei. Es ist die zweite Adventszeit ohne ihn. Er liebte es, wenn es in der Wohnung nach Honigkuchen und Vanillekipferl roch und die Mädchen Sterne aus Transparenzpapier an die Fenster … Mama, kann Papa mich eigentlich vergessen? weiterlesen