#endFTD: Wir haben keine Wahl

Heute ist ein wichtiger Tag. Nein, ich meine nicht die Bundestagswahl, obwohl die sicher auch nicht unwichtig ist. Aber ehrlich gesagt, ist es mir völlig Banane, mit wie viel Prozent Mutti Merkel weiter regieren wird. An meiner Situation und der Situation anderer Familien, die von FTD betroffen sind, wird sich nichts ändern – egal, wie die Wahl ausgeht.

Wir FTD-Familien werden auch weiterhin von Armut durch Pflege bedroht sein. Denn bis jetzt schützt uns kein Gesetz vor den enormen Kosten, die diese Krankheit verursacht. Für uns gilt kein Solidarprinzip. Wir sollen blechen für eine Krankheit, für die niemand etwas kann, die niemand verhindern kann. Und gleichzeitig wird es auch weiterhin kein Heilmittel, keine Behandlung geben. Wer an FTD erkrankt, dessen Schicksal ist besiegelt, und das des Partners und der Kinder gleich mit. So sieht es aus. Man möge mir also nachsehen, wenn mich die auf allen Kanälen hochgehypte „Schicksals“-Wahl, die die Machtverhältnisse sowieso nicht ändert, kalt lässt.

Ein anderer Termin interessiert mich mehr: Heute startet die weltweite FTD Awareness Week, die zum Ziel hat, die Krankheit endlich bekannter zu machen. Betroffene sollen ihre Geschichte unter dem Hashtag #endFTD erzählen. Davon hört man in Deutschland leider nichts. FTD-Kranke und ihre Familien haben hierzulande keine Stimme.

Übrigens: Natürlich war ich heute wählen. Und mein Mann auch – das Wählen ist Dementen zum Glück noch nicht verboten.

 

 

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