Aus dem runden Loch der Nacht

Hier sitze ich. Im runden Loch der Nacht¹. Und wie das so ist mit Löchern, es ist schwer wieder rauszukommen. Um nicht zusagen unmöglich. Das Loch müsste verschwinden. Oder ich. Oder beides. Aber das geschieht nicht. Das Loch bleibt und wird tiefer und dunkler. Und dunkler.

Ich sitze in der Falle. Im runden Loch der Nacht. Der Ausweg ist kein Geringerer als der Tod. Seiner. Oder meiner.

Das Schlimmste, was mir passieren könnte: Er lebt noch 10 Jahre oder mehr mit dieser Krankheit. Das hieße noch 10 Jahre im Loch. 10 Jahre Falle.

Das Beste, was mir passieren könnte: er überlebt die Krankheit nur zwei oder drei Jahre. Danach wäre ich frei. Und er auch. Das runde Loch der Nacht würde mich freigeben für ein neues Leben.

Ich kann das nicht anders denken. Und fühlen.

¹“Aus dem runden Loch der Nacht“ ist eine Zeile aus einem Lied von Peter Licht. Diese Zeile geht mir seit der Diagnose nicht mehr aus dem Kopf. Ursprünglich wollte ich meinen Blog danach benennen. Denn ich schreibe hier – aus dem runden Loch der Nacht.

 

 

2 Gedanken zu “Aus dem runden Loch der Nacht

  1. Wie wahr ,am Anfang fühlt man sich schlecht wenn man ehrlich sagt was man denkt.Man darf ja öffentlich gar nicht sagen wie es einem wirklich geht, Es heisst dann ja schon immer der Arme Kranke. Man weiß es ist ein Teufelskreis. Eine Dame aus unserer Facebook Gruppe sagte wenn es dann vorbei ist ist man fertig,mittellos, wenig Rente ,ohne Lebensenergie.Also genau so fertig. Wie soll das denn noch werden?

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